Der Col du Tourmalet, mit 2115 m der höchste Punkt der französischen Pyrenäenstraßen, ist die legendärste Auffahrt des Pyrenäenmassivs und einer der meistbefahrenen Pässe in der Geschichte der Tour de France. Der Riese des Tourmalet hat seit der ersten Tour-Auffahrt 1910 die größten Namen des Radsports gesehen.
Das Profil von Luz-Saint-Sauveur aus
Von Luz-Saint-Sauveur aus sind es 19 km und 1404 Höhenmeter, im Schnitt 7,4 % — ohne nennenswerte Flachstücke auf der gesamten Auffahrt. Die Gleichmäßigkeit der Steigung ist zugleich die Schwierigkeit und die relative “Berechenbarkeit” dieser Besteigung: kein abrupter Rhythmuswechsel, sondern eine lange, durchgehende Anstrengung von Anfang bis Ende.
Die Landschaft verändert sich schrittweise: enges Tal und Bergdörfer im unteren Teil, dann offene Almen mit freiem Blick auf die umliegenden Gipfel in der zweiten Hälfte, mit Barèges als Wegpunkt auf halber Strecke.
Wie man die Tour angeht
Die Gleichmäßigkeit des Tourmalet verlangt ein anderes Kräftemanagement als ein unregelmäßiger Pass wie der Galibier: Hier gibt es keine Verschnaufpause, es lohnt sich also nicht, zu forsch zu starten. Ein konstanter Rhythmus, an eine über eine Stunde durchhaltbare Herzfrequenz angepasst, ist der Schlüssel, um in den letzten 5 Kilometern, die am stärksten dem Wind ausgesetzt sind, nicht einzubrechen.
Wie bei allen großen Pyrenäenpässen kann sich das Wetter in der Höhe schnell ändern: Nebel, Wind und Temperaturabfall sind am Gipfel häufig, selbst bei schönem Wetter im Tal.
Wann hinauffahren
Die Straße ist einen Großteil des Jahres durch Schnee gesperrt, mit einer Öffnung meist zwischen Ende Mai und Juni, abhängig von der Schneelage. Das ideale Zeitfenster liegt zwischen Juni und September. Juli-August konzentriert den Großteil des Auto- und Radtourismus-Verkehrs; ein früher Start bleibt empfehlenswert.
Gut zu wissen
Luz-Saint-Sauveur, ein Kurort am Fuß der Auffahrt, bietet eine gute Auswahl an Unterkünften und direkten Zugang zu weiteren großen Pyrenäenpässen (Luz Ardiden, Col d’Aspin), um den Aufenthalt über mehrere Tage zu verlängern.

