Der Canal des Deux Mers à Vélo verbindet den Atlantik mit dem Mittelmeer über zwei aneinandergereihte historische Kanäle: den Seitenkanal zur Garonne und den Canal du Midi, UNESCO-Weltkulturerbe. Über 490 km durchquert die Strecke den Südwesten Frankreichs von West nach Ost, nahezu ohne jemals das Wasser zu verlassen.
Zwei Kanäle, eine einzige Durchquerung
Von Bordeaux nach Toulouse folgt die Strecke dem Seitenkanal zur Garonne, Mitte des 19. Jahrhunderts fertiggestellt, um eine zuverlässigere Flussverbindung als die als launisch geltende Garonne selbst zu bieten. Von Toulouse nach Sète schließt sie sich der Strecke des Canal du Midi an, einem hydraulischen Meisterwerk des 17. Jahrhunderts, das von Pierre-Paul Riquet konzipiert wurde, um die beiden Meere zu verbinden, ohne Spanien über die Straße von Gibraltar zu umrunden.
Der insgesamt flache, auf einem Großteil der Strecke von einer jahrhundertealten Platanenallee beschattete Treidelpfad (derzeit teilweise erneuert nach einer Krankheit, die einen Teil der historischen Bäume befallen hat) durchquert einen ländlichen Südwesten, geprägt von Bastiden, Weinbau und Cassoulet.
Nicht alles auf einmal nötig
Jede Etappe entspricht einer gut mit dem Zug erreichbaren Stadt (Bordeaux, Toulouse, Carcassonne, Sète), was es ermöglicht, die Strecke nach Belieben zu betreten oder zu verlassen. Für einen ersten, unverbindlichen Einstieg bietet die Runde Carcassonne-Trèbes-Marseillette (separat auf der Seite vorgestellt) einen ausgezeichneten Eindruck der Atmosphäre des Canal du Midi an nur einem Tag.
Wie man die Tour mit der Familie angeht
Das insgesamt flache Relief macht sie zu einer für ein breites Publikum zugänglichen Strecke, auch für Familien. Nur die Durchquerung des Seuil de Naurouze, der Wasserscheide zwischen den beiden Kanälen nahe Castelnaudary, weist ein leichtes Relief auf — der einzige echte Anstieg der gesamten Strecke.
Wann losfahren
Die ideale Zeit erstreckt sich von April bis Oktober. Der Sommer kann im Südwesten heiß sein, besonders im mediterranen Abschnitt bei Béziers und Sète; der großzügige Schatten der Platanen bleibt jedoch ein echter Vorteil gegenüber exponierteren Strecken.
Gut zu wissen
Toulouse, auf halber Strecke gelegen, bildet einen ausgezeichneten Übergangspunkt, um die Strecke in zwei getrennte Aufenthalte zu unterteilen: den atlantischen Abschnitt (Bordeaux-Toulouse), ländlicher geprägt, und den mediterranen Abschnitt (Toulouse-Sète), kulturhistorisch reicher mit Carcassonne und seinem UNESCO-geschützten Canal du Midi.