Der Passo dello Zoncolan in den Karnischen Alpen Friauls hat sich den Ruf als gnadenlosester Pass des Giro d’Italia erworben. Von Ovaro aus lässt seine härteste Seite auf kaum 10 km keine Verschnaufpause zu.
Eine Steigung, die an die Grenzen des Vernünftigen stößt
Von Ovaro aus klettert die Straße nur 10,1 km, aber bei 1210 Höhenmetern, mit einem schwindelerregenden Durchschnitt von 11,9 %, der in den steilsten Passagen örtlich 22 % erreicht. Nur wenige Straßenpässe weltweit bündeln eine solche Schwierigkeit auf so kurzer Distanz, was dem Zoncolan einen Platz unter den gefürchtetsten Anstiegen des Profipelotons einbringt.
Die Straße, auf dem Großteil der Strecke eng und kurvenreich durch den Wald führend, mündet in den letzten Kilometern in offene Almwiesen, mit einem Blick, der sich über die gesamten Karnischen Alpen erstreckt.
Wie man die Tour angeht
Eine Kassette mit sehr großer Bandbreite (11-34 oder mehr) ist praktisch unverzichtbar: Die Steigung fällt über lange Abschnitte nie unter 10 %, wodurch jede klassische Übersetzung unzureichend wird. Am besten startet man deutlich unter dem Tempo, das man zu halten glaubt, denn ein Fehler im Kräftemanagement wird bei diesem Profil sofort bestraft.
Wann hinaufklettern
Von Juni bis September, da die Straße in den Karnischen Alpen in diesem Zeitraum ohne Schneerisiko befahrbar bleibt. Juli und August bieten die besten Bedingungen, aber auch den größten Andrang an Radfahrern, die sich dem Mythos des Passes stellen wollen.
Gut zu wissen
Ovaro und Sutrio, kleine Ortschaften im ländlichen Friaul, bieten eine begrenzte, aber für eine Zwischenstation ausreichende Auswahl an Unterkünften, mit praktischem Zugang zu Tolmezzo, der Hauptstadt der Carnia, um die Entdeckung dieses noch wenig touristischen Alpenmassivs zu vertiefen.