Auf einem abgelegenen Plateau des Majella-Massivs, mitten in der Apenninkette, gelegen, verdankt der Blockhaus seinen ungewöhnlichen Namen einem österreichischen Fort aus dem 19. Jahrhundert. Hier feierte ein gewisser Eddy Merckx 1967 seinen allerersten Etappensieg beim Giro d’Italia.
Ein anspruchsvoller Anstieg im Herzen der Majella
Von Roccamorice aus steigt die Straße auf 13,6 km um 1140 Höhenmeter an, im Schnitt 8,4 %. Mehrere Rampen im zweiten Teil der Auffahrt überschreiten 14 %, auf einer schmalen Fahrbahn, die einen dichten Wald durchquert, bevor sie auf ein windgepeitschtes Hochplateau im Herzen des Majella-Nationalparks mündet. Der Blockhaus ist das, was die Italiener eine “salita cieca” nennen, einen blinden Anstieg: Nur eine Seite führt von Roccamorice aus zum Gipfel, ohne Fluchtweg oder Verschnaufpause.
Eine Geschichte, verbunden mit den größten Namen des Giro
Der Blockhaus feierte 1967 sein Debüt beim Giro d’Italia, wo Eddy Merckx dort seinen ersten Etappensieg bei der Italien-Rundfahrt errang und damit den Grundstein für eine legendäre Karriere legte. 1984 war dieser Pass auch entscheidend für Francesco Moser, der dort Laurent Fignon im Kampf um das rosa Trikot abhängte. Jüngst krönte er Nairo Quintana 2017 und Jai Hindley 2022 und bestätigte damit seinen Status als Richter des Giro.
Wie man die Tour angeht
Eine Kompakt- oder Dreifachkurbel ist unerlässlich, um die Passagen von über 14 % zu bewältigen, ohne sich vorzeitig zu erschöpfen. Gleichmäßigkeit der Anstrengung ist entscheidend: Am besten die ersten, rollfreudigeren Kilometer vorsichtig angehen, um Reserven für das anspruchsvollste Finale des Anstiegs zu bewahren.
Wann hinauffahren
Von Mai bis September, da die Höhenlage des Schlussplateaus die Straße außerhalb dieser Zeit kühler und manchmal verschneit macht. Die Monate Juni und September bieten ideale Bedingungen mit moderatem Radverkehr abseits der Giro-Etappentage.
Gut zu wissen
Roccamorice und das nahe gelegene kleine Thermalbad Caramanico Terme bieten einfache, aber gastfreundliche Unterkünfte für Radfahrer, mit praktischem Zugang zu weiteren Straßen des Majella-Nationalparks, um einen Aufenthalt in den Apenninen zu verlängern.