Die Île de Ré, seit La Rochelle über eine Mautbrücke mit dem Festland verbunden, hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem der beliebtesten Familien-Radziele Frankreichs entwickelt: weiße Häuser mit grünen Fensterläden, Salzwiesen, Weinberge und feinsandige Strände, alles erschlossen durch eines der am besten ausgebauten Radwegenetze des Landes.
Ein in Frankreich fast einzigartiges Radwegenetz
Ab Saint-Martin-de-Ré, einer befestigten, zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Stadt (Vauban-Festungsanlagen) mit lebhaftem Yachthafen, folgt der Radweg der Nordküste Richtung La Flotte, einem weiteren malerischen Hafendorf mit seiner bekannten überdachten Markthalle. Die Strecke, vollständig vom Autoverkehr getrennt, bietet einen fast durchgehenden Blick auf den Ozean.
Die Route führt weiter nach Ars-en-Ré, erkennbar an seinem schwarz-weißen Kirchturm, der traditionell als Orientierungspunkt für Seeleute dient, durch die typischen Salzwiesen der Insel, wo das Salz von Ré noch von Hand nach traditionellen Methoden geerntet wird. Dieser rund 35 km lange Hin- und Rückweg im Nordwesten bietet einen ausgezeichneten Überblick über die Vielfalt der Landschaften der Insel.
Wie man die Familientour angeht
Das nahezu nicht vorhandene Relief (30 m kumuliertes Gefälle auf der gesamten Strecke) und die vollständige Trennung der Radwege vom Autoverkehr machen sie zu einem idealen Ziel für Kinder, die das selbstständige Radfahren entdecken, schon ab 6-7 Jahren. Viele Familien mieten vor Ort Räder, statt ihre eigenen mitzubringen, da die Verleiher die gesamte benötigte Ausrüstung anbieten (Kinderräder, Anhänger, Sitze).
Da es viele Strände gibt, die von den Radwegen aus leicht erreichbar sind, lässt sich Radfahren und Baden den ganzen Tag über problemlos abwechseln — ein echter Vorteil bei warmem Wetter.
Wann hinfahren
Die ideale Zeit erstreckt sich von April bis Oktober. Frühling und früher Herbst bieten ruhigeren Andrang, besonders auf der Zufahrtsbrücke zur Insel, während Juli-August weiterhin gut befahrbar bleibt, jedoch mit deutlich stärkerem touristischem Andrang auf der gesamten Insel.
Gut zu wissen
Da die Anreise mit dem eigenen Auto zur Insel mautpflichtig ist (Brückenmaut) und der sommerliche Andrang beträchtlich, entscheiden sich viele Besucher, mit dem Zug bis La Rochelle und dann per Bus oder Rad zur Insel zu gelangen, um sich anschließend während des gesamten Aufenthalts ausschließlich mit dem Rad fortzubewegen.