Als natürliche Grenze zwischen Frankreich und Italien in den Cottischen Alpen gipfelt der Colle dell’Agnello (Col Agnel auf französischer Seite) auf 2744 m, was ihn zum höchsten asphaltierten Grenzübergang Europas und zu einer der höchstgelegenen Passstraßen der Alpen macht.
Ein langer und unregelmäßiger Anstieg
Ab Casteldelfino steigt die Straße über etwa 21,5 km bei knapp 1400 Höhenmetern an, mit einer Durchschnittssteigung von 6,5%, geprägt von einem unregelmäßigen ersten Drittel und einem anspruchsvollen Finale, bei dem die letzten 9 Kilometer im Schnitt nahe 10% liegen. Die Straße ist vollständig asphaltiert, aber schmal, mit vergleichsweise wenigen Kehren im Vergleich zu anderen großen Alpenpässen.
Chianale, das Steindorf
Auf halber Strecke markiert der Weiler Chianale, der zu den “Borghi più belli d’Italia” (den schönsten Dörfern Italiens) zählt, eine fotogene Etappe, bevor der anspruchsvollste Teil des Anstiegs, vollständig oberhalb der Baumgrenze, in Angriff genommen wird.
Eine mit den großen Landesrundfahrten verbundene Geschichte
Der Giro d’Italia hat diesen Pass vier Mal bestiegen, davon drei Mal als Cima Coppi der Ausgabe, während die Tour de France ihn 2008 und 2011 als außerhalb der Kategorie einstufte. Eine für 1995 geplante Überquerung musste nach einer Lawine abgesagt werden.
Gut zu wissen
Die Straße bleibt von Ende Oktober bis Anfang Juni wegen Schnee gesperrt: Es ist unerlässlich, sich vor der Abfahrt über den Öffnungsstatus zu informieren. Casteldelfino und Pontechianale bieten die wichtigsten Dienstleistungen zur Vorbereitung dieses Höhenanstiegs.
