Der Passo di Gavia, auf 2621 m zwischen der Lombardei und dem Trentino, bleibt mit einer der legendärsten Etappen des Giro d’Italia verbunden: jener von 1988, im Schnee ausgetragen, bei der Andy Hampsten ein rosa Trikot übernahm, das er nicht mehr abgeben sollte.
Ein enger, wilder Anstieg
Von Ponte di Legno aus klettert die Straße über 17,3 km bei 1363 Höhenmetern, im Schnitt 7,9 %, die bis zum Gipfel kaum nachlassen. Anders als bei den großen Alpenpässen mit breiten, gleichmäßigen Kehren schlängelt sich der Gavia über eine schmale, teils nur einspurige Straße, die eine zunehmend karge, felsige Landschaft durchquert, je näher man dem Gipfel kommt.
Ein unbeleuchteter, direkt in den Fels geschlagener Tunnel markiert die letzten Hundertmeter vor dem Pass — eine Passage, die vorsichtig und wenn möglich mit eingeschaltetem Licht anzugehen ist.
Wie man die Tour angeht
Eine Kompakt- oder Dreifachkurbel wird für diese unregelmäßige und nie wirklich erholsame Steigung empfohlen. Die Straße, eng und auf manchen Abschnitten mit Gegenverkehr befahren, verlangt ständige Aufmerksamkeit, besonders in den Felskanten-Passagen ohne Leitplanke.
Wann hinaufklettern
Von Juli bis September, da die Straße je nach Jahr auf dieser Höhe bis in den Juni hinein schneebedingt gesperrt bleiben kann. Veranstalter von Radmarathons meiden bewusst den Saisonbeginn, da das Wetter dort selbst im Sommer extrem ausfallen kann, wie die Etappe von 1988 in Erinnerung gerufen hat.
Gut zu wissen
Ponte di Legno, ein gut erschlossener Ort im Mittelgebirge, bietet eine solide Auswahl an Unterkünften, mit praktischem Zugang zum Passo del Mortirolo, weniger als eine Autostunde entfernt, für einen Aufenthalt rund um die großen Pässe des Veltlins.
