Lange Zeit der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt, hat sich der Col du Granon oberhalb von Serre Chevalier in den Hautes-Alpes 2022 als einer der symbolträchtigsten Pässe der modernen Tour de France etabliert: Hier kippte Jonas Vingegaard das Rennen endgültig zu seinen Gunsten gegen Tadej Pogačar.
Eine gnadenlose Steigung
Ab Saint-Chaffrey steigt die Straße über 11,4 km bei rund 1040 Höhenmetern an, mit einer Durchschnittssteigung nahe 9%, die kaum je unter 7% fällt, mit fast 5,5 km im zweistelligen Bereich. Auf einer schmalen Straße ohne große Verschnaufpausen ist eine ausreichende Übersetzung ratsam, um das Tempo bis zum Gipfel auf über 2400 m Höhe zu halten.
Die Etappe, die die Tour 2022 veränderte
Am 13. Juli 2022 setzte Jonas Vingegaard wenige Kilometer vor dem Gipfel eine entscheidende Attacke, die Tadej Pogačar in große Schwierigkeiten brachte. Der Däne fuhr die beste je bei einer Tour-Etappe auf diesem Anstieg gemessene Zeit und verbesserte die 1986 von Eduardo Chozas aufgestellte Bestmarke um mehr als fünf Minuten – in jenem Jahr, in dem der Pass zum ersten Mal bei der Grande Boucle auftauchte.
Eine Straße ohne Ausweg
Hinter dem Pass setzt sich die Straße als für den Verkehr gesperrte Militärpiste fort, in Richtung der Forts von Olive und Lenlon: Der Aufstieg mit dem Rennrad endet also am Gipfel, ohne Möglichkeit, auf eine andere Seite hinüberzuwechseln.
Gut zu wissen
Saint-Chaffrey und das nahegelegene Briançon bieten eine große Auswahl an Unterkünften, die auf ein sportlich ambitioniertes Publikum ausgerichtet sind, mit praktischem Zugang zu weiteren Anstiegen des Briançonnais-Massivs, um einen Pässe-Urlaub in den Hautes-Alpes zu verlängern.