Nur wenige Kilometer von Monaco entfernt ist der Col de la Madone auf dem Papier kein alpiner Riese, hat sich im Profipeloton aber einen ganz eigenen Ruf erarbeitet: Dies ist der Pass, an dem Champions ihre Form testen, fernab der Menschenmassen, die sich am Ventoux oder Tourmalet drängen.
Das Profil ab Menton
Von Menton, direkt am Meer, sind es 12,7 km bei 890 Höhenmetern, im Schnitt bemerkenswert gleichmäßige 7 % — kein flacher Abschnitt zum Verschnaufen, aber auch kaum brutal steile Passagen, abgesehen von einem Stück mit rund 12 % etwa auf halber Strecke, kurz nach Sainte-Agnès. Diese für einen Anstieg dieser Länge seltene Gleichmäßigkeit macht ihn zu einer idealen Strecke, um die Tagesform anhand einer vergleichbaren Zeit von Ausfahrt zu Ausfahrt einzuschätzen.
Die Straße führt durch Sainte-Agnès, ein auf 786 m gelegenes Bergdorf, das oft als das höchstgelegene Küstendorf Europas genannt wird, bevor sie in Richtung Peille weiter zum eigentlichen Pass führt, mit Ausblicken, die sich immer wieder auf das Mittelmeer und das darunterliegende Fürstentum Monaco öffnen.
Wie man die Tour angeht
Die gleichmäßige Steigung erlaubt ein ruckfreies Fahren im eigenen Tempo: eine Kassette mit großem Ritzel (28 Zähne oder mehr) macht es leicht, über die gesamte Strecke eine angenehme Trittfrequenz zu halten, ohne sich am steilsten Abschnitt bei Sainte-Agnès zu verausgaben. Die schmale, außerhalb der Touristensaison ruhige Straße bietet insgesamt eine entspannte Auffahrt.
Auf den ersten Kilometern aus Menton heraus lohnt sich Aufmerksamkeit für den Verkehr, bevor die Straße hinter Sainte-Agnès ruhiger wird.
Wann hinauffahren
Das ist einer der großen Vorteile dieses Passes gegenüber den alpinen Riesen: Das mediterrane Klima der Côte d’Azur erlaubt eine Auffahrt fast das ganze Jahr über, selbst mitten im Winter an einem klaren Tag — genau deshalb machen in Monaco ansässige Profifahrer ihn zu einem festen Bestandteil ihres Trainings. Februar bis November bleibt das angenehmste Zeitfenster, um die Hitzespitzen im Juli und August zu vermeiden, die eine Auffahrt am Mittag unangenehm machen können.
Gut zu wissen
Menton, eine Küstenstadt bekannt für ihren Markt und ihre Gärten, bietet reichlich Unterkünfte und direkten Zugang zum Bahnhof, was es zu einem praktischen Ausgangspunkt macht, um diesen Aufstieg mit einem Aufenthalt an der Côte d’Azur oder einem Abstecher nach Monaco, nur wenige Kilometer entfernt, zu verbinden.


