Der Cormet de Roselend, auf 1968 m, verbindet das Beaufortain mit der Tarentaise entlang der türkisfarbenen Gewässer des Lac de Roselend. Als außerhalb jeder Kategorie eingestuft, zählt dieser Pass, den die Tour de France seit 1979 mehr als ein Dutzend Mal befahren hat, zu den fotogensten Anstiegen der französischen Alpen.
Ein zweigeteilter Aufstieg
Ab Beaufort (741 m) sind es 20,3 km bei 1227 Höhenmetern, im Schnitt 6,04 % mit einem Maximum von rund 9,6 %. Der Aufstieg gliedert sich klar in zwei Abschnitte: zunächst 11,8 km durch den Wald bis zum Col de Méraillet (1605 m), in einem strafferen Schnitt von 7,3 %, dann ein rollenderes Stück am Lac de Roselend entlang vor den letzten Serpentinen zum Gipfel.
Wie man die Tour angeht
Der erste Abschnitt, im Unterholz bis zum Col de Méraillet, ist der anspruchsvollste: Besser man fährt ihn in kontrolliertem Tempo, statt zu früh in die Reserven zu greifen. Ist der See erst erreicht, wird das Profil milder und die Landschaft öffnet sich vollständig, was ein Anziehen des Tempos zum Schluss erlaubt. Wer Abwechslung sucht, kann über den steileren Col du Pré hinauf- und anschließend über den Col de Méraillet hinunterfahren.
Wann hinauffahren
Der Pass ist in der Regel von Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet, wobei das genaue Öffnungsdatum jedes Jahr von der Winterschneedecke und dem Fortschritt der Schneeräumung abhängt. Außerhalb von Juli-August bleibt es ratsam, den Straßenzustand vor der Abfahrt zu prüfen, da zu Beginn und Ende der Saison in der Höhe noch Schnee fallen kann.
Gut zu wissen
Beaufort, das Dorf am Fuß des Anstiegs, ist auch die Wiege des Beaufort-AOP-Käses, hergestellt aus der Milch der Tarine-Kühe, die auf den umliegenden Almweiden grasen. Ein Grund für einen kulinarischen Halt vor oder nach der Anstrengung, ergänzt durch eine gute Auswahl an Unterkünften, um die Pässe des Beaufortain und der Tarentaise zu erkunden.