Der Col de l’Iseran, mit 2764 m höchster Punkt der Route des Grandes Alpes, ist einer der symbolträchtigsten Passriesen der französischen Alpen — ein Anstieg, der in seinen letzten Kilometern eine fast mondartige Hochgebirgslandschaft durchquert.
Das Profil ab Val-d’Isère
Ab Val-d’Isère sind es 16,2 km bei 940 Höhenmetern, also eine Durchschnittssteigung von 5,8 % — ein insgesamt gleichmäßiges Profil, das durch die bereits hohe Ausgangslage (1850 m) und die dünnere Luft der letzten Kilometer erschwert wird. Die Straße schlängelt sich zunächst durch Almen rund um Val-d’Isère, bevor sie sich in eine mineralische, jenseits von 2500 m nahezu vegetationslose Landschaft erhebt.
Der Gipfel mit seiner kleinen Kapelle und dem 360°-Panorama auf die Vanoise-Gletscher markiert einen der höchsten je von der Tour de France befahrenen Übergänge.
Wie man die Tour angeht
Die Höhe ist der Hauptbegrenzungsfaktor dieses Anstiegs: die gefühlte Anstrengung nimmt jenseits von 2000 m bei gleicher Wattzahl spürbar zu, was verlangt, das Tempo bereits vom Start an anzupassen, statt es erst während des Anstiegs zu entdecken. Ein leichter Gang erlaubt es, über die Dauer eine korrekte Kadenz zu halten, ohne vorzeitig zu erschöpfen.
Das Alpenwetter kann in dieser Höhe schnell umschlagen: Schnee ist auch mitten im Sommer möglich, starker Wind und deutlicher Temperaturabfall am Gipfel. Eine zusätzliche warme Schicht in der Rückentasche ist nie überflüssig, besonders für die Abfahrt.
Wann hinauffahren
Die Straße ist einen Großteil des Jahres schneebedingt gesperrt und öffnet je nach Schneelage meist erst zwischen Ende Mai und Ende Juni — er ist einer der letzten großen Alpenpässe, die jedes Jahr wieder öffnen. Das ideale Fenster liegt zwischen Ende Juni und September, wobei eine Überprüfung des Straßenzustands vor jeder Abfahrt außerhalb von Juli-August dringend empfohlen wird.
Gut zu wissen
Val-d’Isère, großer Wintersportort, der sich im Sommer zur Basis für Wandern und Radfahren wandelt, verfügt über eine große Auswahl an Unterkünften und direkten Zugang zu weiteren großen Pässen der Route des Grandes Alpes für einen mehrtägigen Aufenthalt.

