Der Col de la Bonette, zwischen dem Ubaye-Tal und dem Mercantour, verdankt seinen Ruf einer Straßenschleife, die bis auf 2802 m um die benachbarte Cime de la Bonette führt — ein Titel als „höchste Straße Europas“, der ihn zu einem der begehrtesten Ziele für höhenhungrige Radfahrer macht.
Eine Straße, gebaut, um mit den 2800 m zu liebäugeln
Von Jausiers aus klettert die Straße über rund 24 km bei 1600 Höhenmetern, im Schnitt etwa 6,7 %, durch das Ubaye-Tal und dann durch eine zunehmend steinige Hochgebirgslandschaft oberhalb der Baumgrenze. Der eigentliche Pass liegt auf 2715 m, doch eine in den 1960er-Jahren gebaute Schleife erlaubt es, die Cime de la Bonette zu umrunden und dabei bis auf 2802 m zu steigen — höher als der italienische Passo dello Stelvio.
Die Gipfellandschaft aus Geröllfeldern und weiten Ödflächen erinnert eher an eine hochandine Kulisse als an eine klassische Alpenstraße.
Wie man die Tour angeht
Eine Kompakt- oder Dreifachkurbel ist auf diesem langen Anstieg in großer Höhe, wo sich die dünne Luft auf den letzten Kilometern bemerkbar macht, fast unverzichtbar. Die Abfahrt, vollständig dem Wind ausgesetzt und ohne jeden Schutz, erfordert warme Kleidung selbst im Hochsommer.
Wann hinauffahren
Von Juli bis September, da die Straße auf dieser Höhe einen Großteil des Jahres schneebedingt gesperrt bleibt. Nachmittagsgewitter sind im Sommer häufig: Am besten früh morgens starten, um vor den ersten Gewitterbildungen wieder unten zu sein.
Gut zu wissen
Jausiers und Barcelonnette im Ubaye-Tal bieten eine solide Auswahl an Unterkünften, mit praktischem Zugang nach Saint-Étienne-de-Tinée auf der Südseite, um den Anstieg mit einer vollständigen Überquerung Richtung Mercantour und Côte d’Azur zu kombinieren.
