Das italienische Radfahren beschränkt sich nicht auf die Bilder des Giro d’Italia, auch wenn diese eine Referenz bleiben: Das Land vereint einige der anspruchsvollsten Passstraßen Europas, ein durch eine Frühjahrsklassiker kultig gewordenes Gravel-Terrain, ein erstklassiges alpines MTB-Gebiet und einen von Klippen gesäumten See, der inzwischen von einem spektakulären Familienradweg durchquert wird. Diese erste Auswahl deckt vier Regionen und vier Disziplinen ab, als Auftakt zu einem noch wachsenden Katalog.
1. Passo dello Stelvio, Südtirol
Der meistfotografierte Pass der Alpen: 48 nummerierte Kehren, die sich über 24,3 km und 1808 Höhenmeter ab Prato allo Stelvio schlängeln, bis zu einem von Gletschern umgebenen Gipfel auf 2758 m. Ein Anstieg ohne Pause, seit 1953 regelmäßig auf dem Programm des Giro, und eine der höchstgelegenen asphaltierten Straßen der Alpen.
2. Gravel auf den Strade Bianche, Toskana
Die weißen Wege, die der jedes Frühjahr um Siena ausgetragenen Radsportklassik ihren Namen gaben. Eine Runde von 60 km und 850 Höhenmetern durch die Crete Senesi, zwischen Weinbergen und Weizenfeldern, mit dem legendären Sektor Le Tolfe — einem Weg, der schnurgerade zwischen zwei Zypressenreihen ansteigt.
3. Mountainbiken in Plan de Corones, Dolomiten
Ein per Gondelbahn erschlossener Bikepark auf dem Gipfel eines UNESCO-geschützten Massivs, mit Strecken, die in drei verschiedene Täler hinabführen. Etwa 20 km kumulierte Abfahrt an einem typischen Tag, auf einem Terrain, das zwischen technischen Waldsingles und flüssigeren Almabschnitten wechselt.
4. Der Gardasee mit der Familie, Trentino
Der familiäre Gegenpol dieser Liste: ein 27 km langer, teilweise über dem See hängender Radweg zwischen Riva del Garda und Limone sul Garda, 2018 eingeweiht. Ein nahezu flaches Terrain trotz beeindruckender Felskulisse, schon für die Jüngsten zugänglich.
Den Aufenthalt organisieren
Südtirol (Stelvio, Plan de Corones) und das Trentino (Gardasee) bilden einen zusammenhängenden alpinen Pol, wenige Autostunden voneinander entfernt. Die Toskana, weiter im Süden, eignet sich besser für einen separaten Aufenthalt, der Radfahren mit kultureller Entdeckung rund um Siena und Florenz verbindet.